Wenn Beschneidung beim Mann notwendig ist
Bei Juden und Moslems gehört das Entfernen der Vorhaut zur religiösen Pflicht. In vielen Ländern Afrikas wird sie durchgeführt, wie auch in Australien oder den USA. Dorthin wurde sie von den Engländern gebracht, die in der Zirkumzision eine “Therapie” der Selbstbefriedigung sahen. Bis zum Ende der 70er-Jahre wurden in den USA fast 90 Prozent der neugeborenen Jungen beschnitten. Seit damals ist jedoch ein rückläufiger Trend zu beobachten. Weltweit kann man davon ausgehen, dass jeder vierte Mann beschnitten ist.
Wann ist eine Beschneidung aus medizinischen Gründen notwendig?
Bei der Phimose kann die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel des Penis zurückgeschoben werden, Erektionen sind mit Schmerzen verbunden. Begünstigend für eine Phimose sind Entzündungen, die wiederum zu narbigen Verengungen der Vorhaut führen können. Andererseits steigert eine bestehende Vorhautverengung das Entzündungsrisiko. Durch eine besonders ausgeprägte Entzündung kann sogar die Eichel in Mitleidenschaft gezogen werden.
Bei männlichen Babys sollte bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres die Vorhaut nicht zurückgeschoben werden. Wenn eine Vorhautverengung vorliegt, ist dies dadurch ersichtlich, dass der Säugling Probleme beim Wasserlassen hat. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Beschneidung nur im Falle einer medizinischen Notwendigkeit (Indikation). Wird die Zirkumzision aus rituellen bzw. religiösen oder ästhetischen Gründen gewünscht, muss sie selbst bezahlt werden.
Welche möglichen Vorteile hat die Beschneidung?
- Laut einer australischen Untersuchung haben beschnittene Männer ein geringeres Risiko, sich mit AIDS zu infizieren. Demnach fungiert die Innenseite der Vorhaut als Eintrittspforte für HI-Viren.
- Die Hygiene ist bei beschnittenen Männern einfacher und effektiver durchzuführen.
- Die Beschneidung beeinträchtigt weder die Potenz noch die sexuelle Erregbarkeit. Manche Männer berichten im Gegenteil von intensiveren Orgasmen und größerer Ausdauer.
- Peniskrebs soll bei beschnittenen Männern seltener auftreten als bei unbeschnittenen. Das Risiko für Harnwegsinfektionen sinkt bei Beschnittenen, somit reduziert sich auch das Risiko, bleibende Nierenschäden durch aufsteigende Infektionen zu bekommen.
Quelle und weitere info: http://www.netdoktor.de/Magazin/Die-Beschneidung-beim-Mann-228.html
Welche Methoden der Beschneidung gibt es?
- Inzision: Durch einen kleinen Schnitt in die Vorhaut lässt sich diese wieder zurückziehen. Die Vorhaut bleibt dabei erhalten.
- Teilweise Zirkumzision: Es wird nur ein kleiner Hautlappen abgetrennt. Die Eichel bleibt (zumindest zum Teil noch) von der Vorhaut bedeckt.
- Radikale Zirkumzision: Die Vorhaut wird komplett entfernt und dieEichel dabei vollständig freigelegt. Es ist die sicherste und zugleich hygienischste Methode der Beschneidung.
Wie wirkt sich die Zirkumzision auf Sexleben aus?
Auf das sexuelle Empfinden wirkt sich eine Beschneidung aber nicht aus. Behauptungen, dass beschnittene Männer bei Frauen beliebter sind oder ein besseres Stehvermögen haben, konnte wissenschaftlich bisher noch NICHT nachgewiesen werden. Eine Tatsache ist jedoch, dass sich für Frauen die Gefahr einer Ansteckung mit dem HPV Virus (humane Papillonviren) deutlich verringert. Dieser Virus ist unter anderem für Schleimhautinfektionen und Feigwarzenbildung verantwortlich.
Quelle und weitere Info: Men’s health








